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Projekt:Rückzugsort für Kassel
Ort:

Kassel

Projektgröße:-
Auftraggeber:Fachhochschule Köln
Status:Konzept

Aufgabenstellung

Gesucht wird eine Architektur bzw. ein Raum, die/der begleitend zur documenta in Kassel Rückzug für die Besucher bietet. Zehn Besucher sollen zeitgleich die Möglichkeit haben sich einzeln oder in Kleingruppen zurückzuziehen. Dabei bietet der Raum Schutz und Kontemplation  in der Stadt und im Ausstellungsevent mit einer spezifisch zu bestimmenden Atmosphäre. Der zentrale Fokus ist gerichtet auf die Frage, wie sich visuelle, akustische und taktile Materialparameter auf die Performance/ Atmosphäre auswirken.

Konzeption und Umsetzung

retreat (engl.) = Rückzug, Zuflucht, Ruhesitz

Der Entwurf beschäftigt sich mit dem Thema der Meditation und der Schwierigkeit Ruhe in unserer immer hektischer werdenden Gesellschaft zu finden. Daher ist Meditation auch immer eine Art Flucht aus dem Alltag vor Problemen und Sorgen und dem Wunsch seine momentane Wahrnehmung zu verlassen und neues zu entdecken. Daher entwickelte ich für das retreat eine Architektur, die Flucht aus der Stadt in die Natur symbolisieren soll. Als Ort wählte ich daher den Übergang von der Stadt zur Karlsaue.

Durch eine Art schmaler Gang soll der Fokus auf die Natur gerichtet werden (Natur = Veränderung der Wahrnehmung). Steht man vor dem retreat und schaut hindurch bekommt man nur einen sehr kleinen Ausschnitt von der Natur zu sehen und wird neugierig. Je weiter man in das retreat hinein tritt, desto größer wird auch der Bildausschnitt von der Natur bis man am Ende über der Karlsaue schwebt und freien Blick in die Umgebung Kassels genießen kann. Das retreat führt über eine kleine Mauer die, den Übergang zwischen Stadt und Natur bestimmt. Dieser Übergang wird auch im retreat spürbar, denn hier verringert sich die Raumhöhe, sodass man nur geduckt bzw. kriechend an dieser Stelle vorbeikommt und so der Übergang physisch spürbar wird. Die verengte Stelle hat noch einen weiteren Grund: Sie dient als eine Art Filter, denn sie sorgt dafür, dass an dieser Stelle meist nur eine Person oder Personen, die sich untereinander kennen, das retreat gleichzeitig betreten. Denn für viele Menschen ist es unangenehm sich in so einem beengten Raum mit einer Fremden Person aufzuhalten.